 |
 |
Technologie, Umwelt und Mobilität |
 |
 |
16.10.2003
|
 |
Deutsche Bahn: Zweifel an Börsenfähigkeit |
 |
 |
Ernste Zweifel, ob Bahn-Chef Mehdorn den Staatsriesen wie angekündigt bis 2005 reif für die Börse bekommt, weckt die interne streng vertrauliche Mittelfristplanung des Schienenkonzern. Bereits in der zur Zeit gültigen Fassung musste Mehdorn die erwarteten Umsätze bis 2006 gegenüber der Vorjahresplanung um rund 1,5 Milliarden Euro nach unten korrigieren. Ebenfalls reduzieren musste er die erhoffte Kapitalrendite, die 2007 nunmehr bei rund sieben statt wie einst geplant bei zehn Prozent liegen soll.
Doch selbst diese Vorgabe werden nur schwer zu halten sein. Denn ihnen liegt die optimistische Annahmen zu Grunde, das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland wachse von 2004 bis 2007 jährlich um 2,5 Prozent. Bei der Bahn glaubt niemand, dass die Annahme beibehalten wird. Durch Gegensteuern bei den Kosten, heißt es, soll das Ergebnis jedoch wie geplant gehalten werden.
Mit großen Vorbehalten bei Investoren oder Anlegern muss Mehdorn rechnen, weil die Bahn anders bilanziert als die Mehrzahl der börsennotierten Unternehmen. So kommt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers in einem Sondergutachten für den Bahn-Aufsichtsrat zu dem Ergebnis: Die Bilanzierungsweise des Staatsunternehmens genüge den Standards des Kapitalmarktes nicht.
Die für Anleger unerlässliche Börsenstory, so PwC an anderer Stelle, sei bei der Bahn zur Zeit "noch nicht darstellbar". Nach den von Börsianern akzeptierten Bilanzierungsregeln hätte die Bahn in den zurückliegenden Jahren anstelle schwarzer tiefrote Zahlen ausweisen müssen.
In die gleiche Richtung zielt eine streng vertrauliche Bilanzanalyse der Deutschen Bank. Ihr zufolge rechnet die Bahn ihre Kapitalverzinsung schön, indem sie das vom Staat zur Verfügung gestellte und verbaute Geld in Form von Baukostenzusschüssen nicht zum Betriebsvermögen zählt. Würde Mehdorn dies tun, verringerte sich die veröffentlichte Kapitalrendite nicht nur deutlich, sondern wäre in den zurückliegenden Jahren durchweg negativ ausgefallen.
Selbst hinter Mehdorns Sanierungsstory gibt es Fragezeichen. Einem Bilanzcheck durch die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rölfs im Auftrag der FDP-Bundestagsfraktion zufolge ist es mit dem angekündigten Turnaround von 2004 an nicht so weit her, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Anstieg des Gewinns, so das Fazit von Rölfs, gehe zu einem erheblichen Teil auf bilanzielle Vorkehrungen zurück. Bahn-Chef Mehdorn und sein Finanzchef Diethelm Sacken wollten - mit Blick auf die Sondersitzung des Bahn-Aufsichtsrats am Donnerstag kommender Woche - persönlich nicht Stellung nehmen.
Quelle: WiWo Online
|
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
| Maria Franck, |
 |
| Offen, lebendig, nicht ganz üblich |
 |
|
|
 |
 |
 |
 |
Jour Fixe Wiesbaden,
15.08.2007 |
 |
| |
|