Der Präsident des Deutschen Steuerberaterverbandes e.V. (DStV) Jürgen Pinne sprach sich in seiner Eröffnungsrede auf dem 26. Deutschen Steuerberatertag 2003 in Erfurt gegen die Beschränkung des Verlustabzuges für mittelständische Unternehmen aus. "Zur Ansammlung von Eigenkapital ist es unabdingbar, spätere Gewinne voll mit vorgetragenen Verlusten ausgleichen zu können", sagte Pinne. Die von der Bundesregierung geplanten Regelungen beschränkten den Verlustabzug bei der Berechnung der Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer auf einen Gesamtbetrag der Einkünfte von 100.000 Euro und die Hälfte des übersteigenden Betrags. "Die neuerlichen Regelungen mehren die Angst ausländischer Investoren vor weiteren späteren Eingriffen", so Pinne weiter. Neben den Nachteilen für die Eigenkapitalbildung mittelständischer Unternehmen übe die Mindestbesteuerung auch einen negativen Einfluss auf ausländische Investoren aus. Die Regelungen würden als Eingriff in die Investitionsentscheidungen empfunden.
Besonders Unternehmen im Gründungsstadium oder in Krisensituationen sind laut Pinne darauf angewiesen, in Verlustjahren entstandene Liquiditätsengpässe in den Gewinn bringenden Folgejahren voll auszugleichen. Wenn die Geldmittel auf Grund der gestreckten Verlustverrechnung für Steuerzahlungen abflössen, werde die Sanierungsphase gestreckt oder die wirtschaftliche Erholung ganz verhindert. Die Beschränkung der Verlustverrechnung werde sich auch auf die Bereitschaft auswirken, die Sanierung geschwächter Unternehmen zu übernehmen, prognostizierte Pinne.
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