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Management und Organisation
18.04.2004
Systemische Strukturaufstellungen im Businessbereich

Systemische Strukturaufstellungen im Businessbereich

"Schnelle" Lösungen durch Perspektivwechsel und der richtigen System-Ordnung

Die Systemischen Strukturaufstellungen (SySt) wurden von Prof. Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer auf der Basis von Familienskulpturarbeit (Virginia Satir), Organisationsaufstellungen (Gunthard Weber), Lösungsfokussierter Beratung (Steve de Shazer) und Hypnotherapie (Milton Erickson) entwickelt. Ein weiterer Einfluss ist NLP.
Die Methode des Aufstellens nach Hellinger wurde dabei systematisch untersucht und es wurden grundlegende Systemprinzipien (Systemerhalt, -wachstum, -fortpflanzung, -immunisierung, -individuation) entdeckt. Es entstand eine eigenständige "Grammatik" für Systemische Strukturaufstellungen (siehe auch www.syst-strukturaufstellungen.de).
Je nach Fragestellung/Problem gibt es inzwischen Dutzende verschiedener Modelle, die zum Einsatz kommen können. Neben der Lösung von Problemen in Organisationen und Familien können durch SySt auch kreative Entwicklungsprozesse (Visionsfindung, Drehbücher, Simulation von Zukunftsszenarien) unterstützt werden.
 
Einsatz im Businessbereich

Durch SySt lassen sich zu komplexen, systemischen Fragen und Problemen aus dem (Business-)Alltag oft innerhalb von 1-2 Stunden allparteiliche Lösungsmöglichkeiten finden. Die Methode ist somit insbesondere für kostenbewußte Unternehmer interessant, für die Win-Win-Lösungen einen hohen Wert haben.
Mögliche Themen für Aufstellungen sind u.a.

  • Vision, Ziele, Werte, Kundenorientierung, Unternehmenserfolg
  • Fusion, Partnerschaften, Outsourcing, Nachfolgeregelung, etc.
  • Führungsprobleme, Motivation, Betriebsklima, Konflikte, Widerstand
  • Stellenbesetzung, Produkteinführung, etc.
Von den über 70 SySt-Modellen kommen im Businessbereich hauptsächlich die folgenden zum Einsatz:
  • Mit Teamstrukturaufstellungen (TSA) lassen sich Beziehungs- und/oder Kommunikationsprobleme analysieren und eine für alle Parteien akzeptable (allparteiliche) Lösung finden. Neben Teammitarbeitern (evtl. geclustert) werden oft Teamwerte und Teamaufgabe mitaufgestellt.
  • Organisationsstrukturaufstellungen (OSA) verdeutlichen das Zusammenwirken der verschiedenen Hierarchieebenen, stärken die Leitungsfunktion, klären die Kommunikationsstruktur der Organisation, zeigen unerwünschte Folgen von Kündigungen auf, überprüfen die Auswirkungen einer Einstellung von neuen Mitarbeitern, etc. Je nach Größe des Unternehmens wird die Organisation für das zu lösende Anliegen in sinnvolle Cluster strukturiert.
  • Bei einer Unternehmensumfeld-Aufstellung (UUA) werden das Unternehmen, seine Mission, seine Produkte, die Kunden und der Ertrag/Erfolg aufgestellt (evtl. auch Partnerfirmen). Mit diesem Modell lassen sich Fragen und Probleme im Unternehmensumfeld klären (Kundenorientierung, sinnvolle Mission, Attraktivität von neuen Produkten, Beziehung zu (neuen) Partnern).
  • Mit einer Projektaufstellung lassen sich Projekte optimal (wieder) auf den Weg bringen.
  • In einer Problemaufstellung (PA) kann erkannt werden, was bisher die Zielerreichung verhindert hat: welche Ressourcen wurden nicht "richtig" genutzt oder vergessen, was ist der Preis der Problemlösung und welche (evtl. unbequeme) Aufgabe steht anschließend an?
  • Durch eine Tetralemmaaufstellung (TLA) können Entscheidungsalternativen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Es ergeben sich dadurch oft völlig neue Lösungsideen, an die man vorher noch gar nicht gedacht hat.
  • Mit der Aufstellung des ausgeblendeten Themas (AAT) erkennt man das eigentliche Thema hinter einem Problem (blinde Flecken, Ablenkung von wichtigen Aufgaben).
  • Die Glaubenspolaritätenaufstellung (GPA) kann helfen, Visionen zu überprüfen, Einseitigkeiten der Firmenphilosophie auszugleichen und hinderliche Glaubenssätze zu verändern.
  • Eine Unternehmenswerteaufstellung (UWA) ist nützlich bei der Untersuchung oder Entwicklung von Unternehmenswerten.
  • Mit Supervisionsaufstellungen (SVA) können das Zusammenwirken von Beratern/Trainern und Auftraggebern simuliert werden. Es kann somit geklärt werden, wer der (richtige) Auftraggeber ist, ob der Auftrag systemisch sinnvoll ist, wo der richtige Platz für den Dienstleister ist, warum es Widerstand gibt, etc.
Je nach Anliegen werden in vielen Fällen zwei oder drei Modelle miteinander kombiniert, z.B. eine UUA mit einer OSA oder eine SVA mit einer TSA. Insbesondere die Glaubenspolaritätenaufstellung dient häufig als schützender Rahmen (Metaufstellung) für eine andere Aufstellung, da sie dem System kraftvolle Ressourcen zur Verfügung stellt.
 
Der Unterschied von SySt zu "klassischen" Organisationsaufstellungen
G. Weber, B. Gross und andere haben in den 90er-Jahren die Familienaufstellung nach Hellinger auf Organisationen übertragen. Die SySt unterscheiden sich davon in mehreren Punkten:
  1. Verdeckte Arbeit: Durch Aufstellung abstrakter Elemente bzw. Verwendung von anonymen Elementnamen (Person "X", Hindernis "1", etc.) ist eine inhaltsfreie, prozessorientierte Arbeit (wie im NLP) möglich. Allein der Klient kennt die genaue Bedeutung der Elemente und versteht die Lösung. Dies ermöglicht gerade im Business-Bereich die Bearbeitung von sensiblen Themen, da die Anwesenden nur einen Lösungsprozess erleben, aber keinerlei Informationen über das Klientenproblem erhalten.
  2. Mehrdeutigkeit: Die SySt ermöglichen, gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen zu arbeiten. Während man "offiziell" z.B. eine Problemaufstellung aus dem Arbeitsbereich macht, kann es evtl. vorkommen, dass sich in der Aufstellung eine Problematik aus dem Privatbereich zeigt (z.B. Vater-Sohn-Konflikt), der aber nicht offen angesprochen wird (Schutz des Klienten). Alle folgenden Interventionen werden nun so durchgeführt, das sie für beide Kontexte (Beruf, Familie) passend sind.
  3. Lösungsorientierte Abstraktion: Hier zeigt sich der Einfluss aus der lösungsorientierten Arbeit von deShazer. Wenn in einer Aufstellung unbekannte Elemente auftauchen (Ausblendungen), so müssen diese nicht explizit benannt werden (z.B. Großvater mütterlicherseits), sondern es reichen Bezeichnungen wie "das was fehlt" oder "das worum es sonst noch geht".
  4. Einbettung: SySt sind oft Teil eines umfassenden Coachings, d.h. vor und nach der Aufstellung finden weitere Coachingschritte statt. Während der Aufstellung werden zur Verstärkung hypnotische Sprachmuster eingesetzt (insbesondere beim Lösungsbild).
  5. Anliegenspezifische Modelle: Je nach Anliegen wird ein passendes Modell ausgewählt. Bei Entscheidungen ist z.B. eine Tetralemma-Aufstellung sehr sinnvoll, bei Visionsfindung eine Glaubenspolaritätenaufstellung. Insgesamt stehen über 70 Modelle zur Auswahl.
  6. Elementtypen: Neben den "normalen" Repräsentanten gibt es in SySt noch sogenannte Orte und freie Elemente. Orte sind Systemteile, die einen festen Platz darstellen (Geburtsort, Firmensitz, Entscheidungsalternative, etc.) und während der Aufstellung nicht umgestellt werden können. Freie Elemente sind dynamische Teile, die man nicht kontrollieren kann (z.B. die Weisheit).

Literatur
Wenn Sie mehr über das Thema erfahren möchten, so empfehle ich Ihnen die Bücher "Ganz im Gegenteil" von Varga von Kibéd/Sparrer, "Wunder, Lösung, System" von I. Sparrer oder "Ordnungen des Erfolgs" von K. Erb.
 
Termine
Aktuelle Termine zu offenen Aufstellungstagen und Ausbildungen finden Sie im Terminkalender auf meiner Homepage www. RolfLutterbeck.de.
 
Kontakt
Rolf Lutterbeck
Tempelhofer Weg 11
61348 Bad Homburg
Tel.: 06172/303782
Email: info@RolfLutterbeck.de
Site: www.RolfLutterbeck.de

Dokument Upload: Artikel-Syst-4.pdf
Rolf Lutterbeck, Rolf Lutterbeck - Beratung
Schwerpunkte meiner Arbeit sind Coaching für Unternehmer, Manager & Dienstleister, Systemische Organisations- & Strukturaufstellungen, Managementberatung für "menschliche Systeme"
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Jour Fixe Wiesbaden,
15.08.2007
 
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